Vorstellung Draytek VigorNIC 132

Ich möchte euch an dieser Stelle über meine Erfahrungen mit der ADSL/VDSL Modem / Router Karte der Firma Draytek berichten.

Diese Karte wurde mir vom europäischen Importeur kostenfrei für einen Test zugesandt und überlassen. Andere Absprachen oder eine Bezahlung gab es natürlich keine. Durch die Überlassung der Karte kann es passieren, dass der Reviewer/Tester eine positive Voreinstellung gegenüber dem Produkt hat. Ich versuche dies hier so objektiv wie möglich zu betrachten. Für den Fall das die Karte nicht die gewünschte Funktion zeigt hatte ich mir aber vorgenommen diese auf meine Kosten zurück zu senden – dies war jedoch nicht der Fall.

Nachdem dieser Umstand erklärt wurde kommen wir nur zum Objekt der Begierde – Die VigorNIC 132 von Draytek.

Wer auf der Suche nach einem ADSL Modem in Form einer PCIe Steckkarte ist wird sich sehr sehr schnell bei Draytek wiederfinden – es gibt kein besonders großes Angebot an derartigen Karten. Wozu man diese braucht ? Naja eine PCIe Karte mit einem ADSL Modem kann für sehr viele Dinge eingesetzt werden wo eine ADSL Verbindung direkt in einem Rechner benötigt wird. Allen voran steht natürlich der Einsatz in einer Firewall auf PC-Basis aber auch in Steuerungen von entfernten und unbesetzten Anlagen oder ähnlichen Anwendungen kann die Karte eingesetzt werden. Eigentlich überall wo ein ADSL Anschluss direkt in einen Rechner geführt werden soll.

Warum nicht das Modem vom Provider verwenden ?

  1. Das Modem meines Providers war mir zu unflexibel (nur eine WLAN-SSID), zu energie-verschwendend (20-40W je nach Betriebszustand) und zu sehr unter der Kontrolle des Providers (Firmware Updates in der Primetime ohne das ich es verhindern kann usw.)
  2. In einer Remote-Lösung kann es durchaus vorkommen dass etwas nicht mehr geht. Ein externes Modem neu zu starten wenn niemand vor Ort ist gestaltet sich sehr schwer wenn es sich aufgehängt hat. Bei einer internen Karte kann ein einfaches Script prüfen ob die Verbindung aufrecht ist und ggf. die Karte neu starten.
  3. Es gab gerade in letzter Zeit etliche Angriffe auf Provider Modems – besser man ist kein Teil davon, oder ?

Es gibt noch viele weitere Gründe warum man das Modem des Providers nicht verwenden will – in meinem Fall war es eine Kombination etlicher Faktoren – darunter auch der Spieltrieb.

Zurück zur Karte: Es handelt sich um eine kurze, halbhohe Karte welche man auch in einen Server einbauen kann. Das dafür benötigte Slotblech befindet sich im Lieferumfang und lässt sich einfach tauschen.

Die VigorNIC 132 ist ein zwei Versionen erhältlich – mit und ohne “F” an Ende der Produktbezeichnung. Der Unterschied ist das die normale Version einen zusätzlichen Gigabit-Ethernet Port am Slotblech besitzt um eine zweite WAN-Schnittstelle einzubinden. Die “F” (ich vermute dass das “F” für Fiber steht) hat stattdessen eine SFP Einschub welcher durch ein passendes SFP Modul auch Glasfaser Leitungen nutzen kann. Es gibt aber auch SFP Module mit einem Gigabit RJ-45 Anschluss wodurch die selbe Funktionalität wie bei der Karte ohne “F” erreicht wird. In meinem Test habe ich nur den ADSL/VDSL Anschluss genutzt.

An Features bietet die Karte sehr viel. Die Unterstützung von IPv4 und IPv6 ist mittlerweile Grundausstattung genauso wie die Unterstützung zahlreicher ADSL/VDSL Betriebsarten inkl. VDSL2 und Vectoring. Ich konnte an meinem Anschluss nur ADSL testen da ich nichts anderes bekomme von meinem Provider – die Umstellung auf VDSL mit Vectoring ist allerdings angekündigt – Ich werde euch hier am laufenden halten wie sich die Karte mit einer anderen Technik schlägt. Die Karte kann sowohl als Router als auch als Bridge arbeiten und bietet sowohl einen DNS Proxy als auch einen DHCP Server um sofort online zu sein.

Die komplette Feature Liste lässt sich unter diesem Link nachlesen.

Das Webinterface ist für einen Techniker sehr übersichtlich gestaltet und alle Funktionen sind leicht auffindbar. Für einen Laien ist diese Karte eher nicht geeignet – aber das ist nicht wirklich die Zielgruppe und von da her passt es gut. Einstellen lässt sich so ziemlich alles was man braucht um die Karte als Router in Betrieb zu nehmen und die zahlreichen Funktionen (NAT, DMZ, Port Redirection, Firewall, DoS Prevention, IP und URL Filtering uvm.) zu konfigurieren. Um ein ganzes Netzwerk mit Internet Zugang zu versorgen muss der Rechner in dem die VigorNIC steckt allerdings noch über eine weitere Netzwerkkarte verfügen (ans interne LAN angeschlossen) und die Weiterleitung von IP Paketen aktiviert sein.

Die Karte stellt sich dem PC als Netzwerkkarte dar und diese bekommt vom Router/Modem Teil eine IP Adresse zugewiesen – man kann diese Adresse natürlich auch manuell festlegen. Der Router/Modem Teil läuft unabhängig vom eigentlichen Rechner und somit bleibt die Verbindung auch bei einem Neustart des Rechners erhalten – die “sichtbare” Netzwerkkarte startet allerdings mit dem Rechner durch. Um den Router/Modem Teil neu zu starten gibt es einen versenkten Reset Knopf am Slotblech oder die Möglichkeit auf der Weboberfläche den Reset auszulösen (mit einer Warnung ob man dies auch wirklich machen will). Auch lässt sich dort ein Auto-Reboot Schema anlegen – falls die ADSL Verbindung z.b alle 24 Stunden neu startet kann man den Router – falls er damit Problem hat – ebenfalls automatisch neu starten. An meinem Telekom Austria Anschluss muss ich das nicht machen. Alternativ kann man natürlich auch den Rechner komplett abdrehen und wieder aufdrehen. Apropos: Die Bootzeit meines Servers beträgt rund 30 Sekunden und dann noch ca. 2 Minuten bis die virtualisierte pfSense Firewall gestartet ist. Die VigorNIC zeigt über eine grüne LED an ob eine DSL Verbindung besteht oder nicht. Meistens ist die DSL Verbindung da bevor der Command Prompt des Servers erscheint – auf jeden Fall aber bevor die Firewall ihren Dienst aufnimmt. Beim Restart ist die Verbindung durchgehend aktiv.

Anfangs – ich hoffe ich verwirre jetzt niemanden – habe ich die Karte ohne der pfSense Firewall genutzt und sie hat funktioniert wie sie sollte. Die Port Weiterleitung wurde für einige Anwendungen benötigt und auch die Firewall Funktionen gaben mir keinen Grund zur Sorge. Warum dennoch eine weitere Firewall dahinter zum Einsatz kam liegt NICHT an der VigorNIC 132 sondern daran das ich ein paar Dingen haben wollte wie zb. ein Captive Portal für Gäste und ein virtuelles DMZ Netz auf dem Homeserver. Und ich wollte den Traffic zwischen allen Geräten fair aufteilen – Dafür braucht man halt eine Firewall-Lösung die das unterstützt. Und zu guter Letzt bin ich ein Nerd und deswegen ist das so wie es ist.

Trotzdem habe ich die Karte in der Router Betriebsart gelassen und meine DSL Verbindung (PPPoA) endet dort – dadurch habe ich zwar etwas mehr Delay zum Provider – aber da ich kein Online-Gamer bin ist mir das herzlich egal – mein Ping ist sowieso sehr schlecht (aber immer noch besser als über LTE …).

Was mich echt erstaunt hat war wie simpel die Inbetriebnahme der Karte funktioniert hat. VPI und VCI auf 8 und 48 eingestellt und meine Zugangsdaten hinterlegt und die DSL war da und mit einer leicht besseren Rate als mit dem Modem des Providers (messbar aber nicht spürbar). Falls erforderlich lässt sich die WAN MAC-Adresse natürlich einstellen – falls der Provider darauf eine Sperre hat. Und wer möchte kann PPPoE auch an den Rechner durchleiten um erst von dort die Verbindung zum Provider aufzubauen – Wie oben beschrieben in meinem Setup nicht vorgesehen.

Die Karte ist jetzt seit knapp einem Jahr in Betrieb und außer regelmäßigen Firmware Updates hat sie keinerlei Aufmerksamkeit benötigt. Genauso muss das sein – einbauen, konfigurieren und vergessen. (Naja, um sicher zu bleiben sollte man derart exponierte Devices regelmäßig updaten und auf Logeinträge und Fehler kontrollieren). Ich hatte keinerlei Probleme mit meiner Internetverbindung seit ich die Karte in Betrieb genommen habe (davor kam es alle 2 Monate (in etwa) dazu dass ich keine Verbindung mehr hatte da sich das Provider-Modem verabschiedete und erst nach einem Hard-Reset wieder eine Verbindung aufbauen wollte) und ich bin sehr erstaunt über die Zuverlässigkeit und Stabilität der VigorNIC 132 von Draytek.

Einen Punkt möchte ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen. Draytek gibt für die Karte 6 Watt Stromverbauch an – das ist sehr akzeptabel. Mein Providermodem hat ein 12V 2A Netzteil (=24W) und die Temperatur an der Oberfläche des Modems erreichte gerne mal 45°C und mehr. Klar ist das keine qualifizierte Aussage und ich habe den Stromverbrauch auch nicht gemessen aber: Mein Homeserver steht in einem sehr kleinen Abstellraum und nach dem Jahr Dauerbetrieb kann ich durchaus sagen dass der Raum spürbar kühler ist. Davor war das Providermodem im Dauerbetrieb und manche Dinge die man aus dem Raum nahm waren deutlich warm. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Zurück zur VigorNIC 132: Ein sehr geringer Stromverbrauch ist ein Plus-Punkt und die Karte ist im Betrieb maximal handwarm.

Kommen wir nun zum einzigen “Problem” welches ich finden konnte: Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu einem Router mit WLAN und DSL-Modem recht heftig auf den ersten Blick. Aber die Karte will in meinen Augen auch gar nicht in Konkurrenz zu normalen DSL-Modem/Router Kombinationen treten sondern richtet sich gezielt an Benutzer welche all diese Eigenschaften suchen und die Möglichkeiten die sich dadurch ergeben zu schätzen wissen. In dem Bereich (ADSL/VDSL2/Vectoring) gibt es so keine Alternative als PCI-E Steckkarte (meines Wissens nach). Und der Vergleich mit einem externen Gerät ist nicht besonders sinnvoll meiner Meinung nach – wer ein externes Gerät will hat höchst wahrscheinlich eines vom Provider bekommen und wird keine interne Lösung suchen. Und wer – wie ich – eine interne Lösung sucht wird keine externe Alternative in Betracht ziehen. Somit ist die Karte konkurrenzlos und einzigartig und den Preis locker wert.

Fazit: Eine sehr umfangreich ausgestattete DSL-Modem PCI-E Karte die ohne Probleme funktioniert und out-of-the-box etliche Features bietet um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Ein Produkt für Profis die genau wissen das sie das brauchen und welche Vorteile eine derartige Karte bietet. Für Otto Normalverbraucher reicht auch das Providermodem.

Und nochmals: Die Karte wurde mir kostenfrei überlassen um mir eine Meinung darüber zu bilden. Die Verpflichtung ein Review zu schreiben bestand zu keiner Zeit. Die Aussagen oberhalb stellen nur meine Meinung dar und sonst nichts.

 

Homeserver Teil 3

Lange ist es her seit ich etwas zu meinem Homeserver geschrieben habe – Warum ? weil er einfach seinen Dienst tut ohne zu murren – fast keine Pflege benötigt (ab und zu ein “apt update & apt upgrade”) und in größerem Abstand ein Firmware Update der Draytek VigorNIC 132.

Draytek VigorNIC 132 ???

Viele werden sich jetzt fragen was das ist. Ganz simpel gesagt ist es eine PCIe Steckkarte welche ein ADSL-Modem enthält und somit das vom Provider gelieferte Router/Modem/Switch/Accesspoint Gerät überflüssig macht. Sicherlicht muss man die verschiedenen Funktionen dann einzeln nachbauen – aber das kann man so machen wie man es möchte und ist nicht an die Beschränkungen des Providergeräts gebunden.

Ein Review der VigorNIC 132 findet sich hier.

Software-Setup des Homeservers

Der Server wird unter Ubuntu betrieben da dies den besten Support für die relative neue Hardware hatte, Ich mich mit Ubuntu recht gut zurecht finde (obwohl mir ein Debian weit lieber gewesen wäre) und man so ein Gerät natürlich nicht unter Windows betreibt. Vsphere wäre auch eine Option gewesen – allerdings läuft dies auf der Standardhardware nicht so toll (also laufen tut es super – aber man hat in der Hardwareübersicht einige “Rufzeichen” wegen unsupported Hardware.

Prinzipiell ist der Aufbau wie folgt:

Am Ubuntu laufen einige virtuelle Maschinen darunter auch eine pfSense Firewall. In diese Maschine ist eine der interen Netzwerkkarten und die Netzwerkkarte der VigorNIC per vt-d hinein gemountet. Das hat zur Folge dass die VM mit pfSense diese beiden Netzwerkkarten exklusiv zur Verfügung hat und das Host Betriebssystem (und damit alle anderen Geräte im Netzwerk) keine Möglichkeit hat Daten anders ins Internet zu senden oder zu empfangen als über die pfSense Firewall. Die beiden Netzwerverbindungen der Firewall stellen hier extern und intern dar – eine DMZ gibt es auch aber diese existiert nur virtuell auf dem Server selbst. Die Netzwerkkarte der VigorNIC greift über den Modemteil aufs Internet zu – die pfSense dazwischen überwacht den Traffic und gibt die Daten über die zweiten Netzwerkschnittstelle an einen internen Switch aus (und versorgt das Netzwerk mit DHCP-Adressen). Über eine zweite Netzwerkschnittstelle ist das Ubuntu mit dem Switch verbunden und erscheint somit im logischen Aufbau als eigenständiger Rechner.

Alle per Kabel angeschlossenen Geräte hängen ebenfalls an diesem Switch (Gigabit of course) und können über die Firewall ins Internet und auch auf den Server zugreifen.

Für WLAN habe ich die ebenfalls im Server verbaute WLAN-Karte mit externen Antenne als Bridge mit der LAN Schnittstelle zusammengeschalten und diese per “hostapd” als Accesspoint konfiguriert. Dieses Setup hat den Vorteil dass ich die interne WLAN Schnittstelle nutze, keinen externen Accesspoint benötige und ich per Software das WLAN ausmachen kann falls ich das möchte. Nachteil ist das “hostapd” ein wenig umständlich zu konfigurieren ist und manchmal hängen bleibt. Ein externer Accesspoint hat weit mehr Konfigurationsmöglichkeiten und kann per eigenem VLAN an die pfSense gebunden werden wodurch es zb. möglich wird für Gäste ein eigenes – per Captive Portal gesichertes – WLAN zu erstellen. Auch wird die Reichweite eine eigenen Accesspoints besser sein – aber aufgrund der zentralen Lage des Server habe ich jetzt auch kein Problem. Der eigentliche Grund warum ich keinen externen Accesspoint einsetze sind allerdings die damit verbundenen Kosten wenn man eine schöne Lösung möchte. Diese AP´s gehören an die Decke oder die Wand montiert – überlicherweise hat man dort aber keinen Kabelauslass mit einem LAN Kabel drinnen. Und selbst wenn dann muss man das Gerät auch mit Strom versorgen – ein schwarzes Brick-Netzteil an die Decke schrauben geht nicht. PoE – Power-over-Ethernet – heißt die Lösung für das Problem im Business – für daheim ist es eher ungeeignet. Auch wenn einem die sogenannten PoE Injektoren die Notwendigkeit eines PoE-fähigen Switches ersparen.

So das wars mal wieder – ich hoffe ich komme mal wieder dazu weiter zu schreiben.

3D Drucker Düsen bohren

Da dies im Prinzip mein erster Post zum Thema ist: Ja ich hab mir so ein Gerät angeschafft – Ja es ist sehr genial selbst Dinge herzustellen und Ja es gibt dazu auch schon einiges zu berichten (zur Zeit sind es nur ein paar Videos auf youtube aber es kommen mehr garantiert: Klick mich !

Sparefroh wie ich einer bin habe ich mir Düsen aus China bestellt – preislich sehr angenehm aber die Bohrung war eher nur ein grober Wert (Hinweis an die Hersteller: Wenn jemand 5 gleiche Düsen bestellt dann sollten diese auch alle den selben Durchmesser haben – die Unterschiede waren mit freiem Auge erkennbar und das bei Durchmesser von 0,25, 0,40 und 0,80mm (laut Angebot). Zurückschicken schied aus – daher ein weiteres mal in China bestellt: Diesmal ein Fräser/Bohrerset in sehr kleinen Größen um die Düsen passend zu machen (einige hatten auch eine Fase – damit ist kaum an eine sinnvolle Verwendung zu denken).

Fast Forward: Nachdem ich mir eine passende Halterung drehen hab lassen (wozu hat man Freunde ?) ging´s zum ebenfalls befreundeten Optiker meines Vertrauens – Warum ? Der hat diese geniale winzige Ständerbohrmaschine:

Jetzt macht auch der Düsenhalter einen Sinn oder ? Der wird statt dem weißen Plastikteil eingesetzt – die Düsen reingeschraubt und los geht´s. Ganz so einfach wars dann doch nicht da das alles nicht zentrisch war aber bei den geringen Durchmessern konnte man die Halterung sehr gut festhalten.

Somit mal ratzfatz die billigen Chinadüsen aufgebohrt und ab nach Hause zum Testen. Die ersten Versuche waren recht vielversprechend – allerdings nur die Düsen aus Messing – mit den Edelstahldüsen wollte sich kein vernünftiger Druck herstellen lassen (bzw. musste ich die Geschwindigkeit dermaßen reduzieren dass es keinen Sinn macht).

Die Fräser sind für diesen Zweck gut geeignet – die Qualität dürfte stimmen (ich hab nur in Summe 15 Löcher damit “aufgebohrt”) – aber sie laufen super rund und machen einen guten Eindruck.

Alles in allem ein erfolgreiches Vorhaben – allerdings braucht man eine gute genaue Ständerbohrmaschine – mit dem Akkubohrer wird das Vorhaben wohl scheitern.

Homeserver Teil 2

Gut Ding braucht Weile heißt es, oder ?

Da es schon einige Zeit recht ruhig war um meinen Homeserver Build (zumindest hier – der Server läuft und das seit gut 2 Monaten) schreibe ich mal ein bisschen weiter.

Raid Überlegungen:

Meine Gedanken zum Festplattenplatz – Raid Ja aber bitte nicht zu viel Platz verschwenden – also 5 Platten kaufen und eine davon für die Parity “opfern”. Soweit so gut – Aber erstens sind 5 Platten relativ kostenintensiv, zweitens bräuchte ich einen weiteren Controller (1x SSD, 1x Bluray-Brenner und 5xHDD ergibt 7 SATA Ports die es nur sehr selten auf einem Motherboard gibt) und drittens ist ein Rebuild immer mit dem Risiko verbunden das eine weitere Platte ausfällt aufgrund der übermäßigen Belastung währenddessen. Ok – ein 3 Platten Raid 5 wäre auch eine Möglichkeit – immer noch nicht soviel Platz verschenkt und weniger Geld ausgegeben – das Rebuild-Risiko bleibt aber. Einen weiteren Punkt möchte ich auch noch erwähnen – falls nicht die Platten sondern Motherboard respektive SATA-Controller den Dienst quittieren muss man erst die Raid 5 Platten in einem anderen Rechner wieder richtig “zusammenfügen” damit man an seine Daten kann.

Raid 1 ? Ja richtig, ich habe auf ein Raid 1 aus zwei 4 TB Platten gesetzt – da diese derzeit den Sweet Spot bei P/L innehaben, ein Rebuild zwar ebenfalls die verbleibende Platte belastet aber sich jede Platte für sich auch einzeln einfach weiter betreiben lässt sollte der Controller ins Licht gehen. Außerdem gilt immer noch “Raid ist kein Backup” – aber ein Raid 1 sinnvoll verwendet kann Daten sicherlich besser lagern als eine einzelne Festplatte.

Backup?

Ja bitte. Viel, Schnell und kostengünstig. Soviel zu den Anforderungen – Bandlaufwerke scheiden aufgrund des Preises sehr schnell aus – Festplatten auf Festplatten sichern mag zwar in einem Unternehmen sinnvoll sein – aber daheim würde diese HDD dann dauernd am PC stecken und der Sinn wäre dahin. Also muss ein anderes Medium her: Bluray Brenner sind halbwegs erschwinglich und schaffen je nach Medium bis zu 100GB auf eine Disc weg. Das klingt mal vernünftig – rasch noch Preis überprüft – bissl was über M-DISC gelesen und der Entschluss stand fest. Mein Backup findet auf Bluray statt und die Discs werden wenn möglich auch noch an einem anderen Ort gelagert.

Gehäuse:

Der Platz wo der Server hin sollte ist zwar recht groß aber viel Platz wollte ich nicht mit dem Server verstellen – daher auch das kleine mITX Motherboard. Vermögen wollte ich ebenfalls keines ausgeben – besondere Präferenz habe ich bei sowas auch keine. Bissl im Web gestöbert – und das Zalman M1 gefunden. Das Layout mit liegendem Motherboard, Netzteil darunter, 3x 3,5 HDD Bays, einem 5,25er Einschub und sogar noch einem 3,5er Hotswap Einschub samt 2 Lüfter um knapp € 40 ? Perfekt.

Netzteil:

Entgegen dem Punkt oberhalb habe ich hier eine Lieblingsmarke: beQuiet !
Da die Kiste nur sehr wenig Strom verbrauchen soll(te) reichte mir ein ein 300W Netzteil – selbst mit 4 Festplatten sollte die Leistung ausreichen. Wer nicht gerne die überschüssigen Kabel im Gehäuse hat sollte besser eine Netzteil mit Cable Management nehmen – mich stört die Fummelei weniger – und ich hab eine Fehlerquelle weniger (ergo 1 Steckkontakt pro Kabel weniger).

RAM:

Das Motherboard hat nur 2 Steckplätze – daher stellte sich die Frage ob 1x 16GB oder 2x 8GB. Für mich war es schnell beantwortet – das Kit mit 2 Modulen war günstiger und ich bezweifle das ich die schwache CPU (G4400 Intel Pentium) mit derartig vielen Dingen beschäftigen kann um mehr als 16GB RAM zu benötigen. Weniger macht aber auch keinen Sinn – preislich sowieso nicht – und wenn man 2x 4GB nimmt verbaut man sich die Aufrüstmöglichkeit. Ich baue seit 20 Jahren meine Rechner selber und ich habe bislang noch nie CPU oder RAM aufgerüstet sondern musste aufgrund des Fortschritts immer neu kaufen wenn mir das alte System zu langsam wurde (neue Sockel, neue RAM Art usw.). Von daher blieb ich meiner Devise treu: das kaufen was man jetzt braucht und ein wenig Reserve berücksichtigen.

Liste aller eingesetzten Komponenten:

  • Intel Skylake G4400
  • Gigabyte Z170N-Wifi
  • Crucial DDR4 2x 8GB Kit 2133Mhz
  • Samsung 850 EVO in m.2 Ausführung
  • 4TB Seagate Surveillance HDD (2 Stk.)
  • beQuiet Pure Power 300W
  • LG Bluray Brenner BH16NS55
  • Zalman M1 Mini-Tower

Zusammenbau:

Wer schon mal einen PC zusammengeschraubt hat wird dies hier auch schaffen. CPU und RAM am Motherboard “versenken”, den CPU Kühler anbringen. Auf der Unterseite des Motherboards die m.2 SDD einstecken und fixieren. Motherboard und alle weiteren Teile ins Gehäuse schrauben. Kabel anbringen – Fertig.

Ganz so einfach ist es für jemanden der sowas zum ersten Mal nicht – aber es gibt unzählige wirklich gute Erklärungen mit Fotos und Videos – und noch dazu sind die PC-Komponenten immer ein wenig unterschiedlich sodass es keine finale Anleitung geben kann.

Wie geht´s weiter ?

Im nächsten Teil berichte ich über meine Versuche mit diversen Betriebssystemen und erläutere warum ich am Ende bei Ubuntu gelandet bin. Und eine Erweiterung in Form einer Draytek Vigor132 Modem/Router PCIe Karte welche den Build komplettiert. Ich hoffe, dass ich diesmal nicht so viel Zeit brauche um den nächsten Teil zu verfassen …

 

Homeserver Teil 1

Die Idee geisterte schon lange in meinem Kopf umher aber vor einigen Wochen habe ich begonnen sie in die Tat umzusetzen. Ich baue einen Server für Zuhause um wichtige Daten redundant abzulegen, um von mehreren Geräten einfach drauf zugreifen zu können, um von remote in mein Netz zu können und vieles mehr.

Im ersten Teil (dieser Text hier) werde ich ein wenig über die immer weiter wachsenden Anforderungen schreiben und einen Einblick in meine Gedanken zu gewähren. Im Teil 2 (welchen ich parallel dazu schreibe) möchte ich über die verwendete Hardware und die zugrunde liegenden Überlegungen philosophieren.

Die weiteren Teile werden dann nach und nach dazu kommen – aber zuerst mal der Anfang:

Grundüberlegung

Warum braucht man überhaupt einen Server daheim ? Reicht nicht auch ein NAS ? Oder sollte gar alles auf einem normalen PC funktionieren welchen man einfach nicht mehr abdreht.

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